Gegen vier Brasilianer und einen ehemaligen Gemeindeangestellten aus Italien wurde Anklage wegen Urkundenfälschung und Korruption erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, Teil einer Bande gewesen zu sein, die gefälschte Staatsbürgerschaften an Bürger des südamerikanischen Landes verkaufte.
Das Komplott wurde an diesem Donnerstag (6) nach einer Untersuchung der Staatspolizei in Luino aufgedeckt, die vom Staatsministerium von Varese in der Region Lombardei koordiniert wurde.
Die Untersuchung wurde eingeleitet, nachdem bei der Passausgabestelle der Grenzpolizei in Luino, nahe der Grenze zur Schweiz, Unregelmäßigkeiten festgestellt worden waren.
Die Polizei wurde misstrauisch angesichts der wachsenden Zahl von Anträgen von Brasilianern, die erst wenige Tage zuvor durch Abstammung die italienische Staatsbürgerschaft erhalten hatten und alle im selben Gebiet einer Gemeinde in der Provinz Varese wohnten.
Den italienischen Behörden zufolge wurden bislang mindestens 362 Fälle bestätigt. Von diesen insgesamt wiesen 84 Personen nach, dass sie an derselben Adresse in einer einzigen Wohnung wohnten.
Bei den Verdächtigen handelt es sich um vier Brasilianer, die Agenturen besitzen, die sich auf die italienische Staatsbürgerschaft spezialisiert haben, sowie um einen ehemaligen Gemeindeangestellten, der „dank seiner Position für den erfolgreichen Ausgang des Anerkennungsverfahrens sorgte und dafür in jedem Fall zwischen 200 und 500 Euro kassierte“.
In den letzten Jahren haben Polizei und Staatsanwaltschaft mehrere Banden zerschlagen, die bei der Anerkennung der italienischen Staatsbürgerschaft nach dem Abstammungsprinzip Korruption und Betrug betrieben, insbesondere unter Beteiligung von Brasilianern.
Das häufigste Problem ist gerade die Frage des Wohnsitzes. Für die Anerkennung in Italien ist ein Wohnsitznachweis im Land notwendig, der einen relativ unbestimmten Aufenthaltszeitraum voraussetzt, der jedoch rund drei Monate betragen kann. (ANSA)









































